Huawei - Need-TV

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Huawei

Themen

Das Huawei P9

Scharfes Display, edles Alu-Gehäuse und innovative Kamera-Technik: Das Huawei P9 ist ein gutes Smartphone, doch zur Revolution der Smartphone-Fotografie reicht es nicht. Erste Früchte der neuen Leica-Kooperation bringen mehrere vielversprechende Funktionen, die Bildqualität bleibt aber noch hinter den Kamera-Spitzenreiter iPhone 6S Plus und Microsoft Lumia 950 XL zurück. Rasant hat sich Huawei hinter Samsung und Apple auf Platz 3 in der Smartphone-Welt etabliert – und der China-Riese gibt weiter Vollgas. Anfang 2016 überraschte das schnelle, aber mit seinem mit 6-Zoll-Display etwas große Mate 8 im Test. Mit dem P9 denken die Chinesen wieder eine Nummer kleiner und setzen gleich auf zwei Hinterkameras mit Know-how vom deutschen Traditionshersteller Leica. Wie wirkt sich die neuartige Technik aus? Revolutioniert das P9 die Smartphone-Fotografie? Spätestens mit Vorgänger P8 hat sich Huawei vom Billig-Smartphone-Image verabschiedet, denkt seitdem in edlen Premium-Sphären. Die Strategie setzt sich beim P9 nahtlos fort: Vorne zeigt das nach außen hin leicht abgerundete 5,2-Zoll-Display dank Full-HD-Auflösung (1920x1080 Pixel) die Inhalte scharf an. Auf einen Quad-HD-Bildschirm (2560x1440 Pixel) verzichten die Chinesen im Sinne der Akkuleistung auch weiterhin. Der Schärfe tut das keinen Abbruch: Die Bildpunktdichte liegt bei 427 ppi – das iPhone 6S Plus kommt „nur“ auf 401 ppi. Bei Foto-Ausflügen ist der helle Bildschirm (565,7 Candela pro Quadratmeter) selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch ohne Probleme ablesbar. Die Farbendarstellung ist mit einer Farbtreue von 93,40 Prozent gut, hält aber nicht mit der knallig bunten AMOLED-Konkurrenz von Samsungs Galaxy S7 und dem S7 Edge mit. Auch der Kontrast ist mit 1329:1 vergleichsweise hoch, man hat gegen Samsungs neue Flaggschiffe aber sichtbar das Nachsehen – 3227:1 ist der Wert beim kleineren S7, das S7 Edge kommt auf 33578:1. Ein hochwertiges Aluminium-Gehäuse umhüllt das Smartphone, von Spaltmaßen oder scharfen Kanten keine Spur. Im Labor-Test bewies das P9 seine Nehmerqualitäten: Sowohl im Falltest als auch beim Einsatz des Diamantbohrers zeigten sich der Bildschirm und das umhüllende Gehäuse wenig anfällig für unschöne Kratzer. Ebenfalls auf der Rückseite ist der Huawei-typische – und erstmals in der P-Serie verbaute – Fingerabdrucksensor. Der ist bequem mit dem Zeigefinger erreichbar und schaltet den Sperrbildschirm schnell und vor allem zuverlässig frei. In der oberen Hälfte setzt sich ein schwarzer Hochglanz-Rahmen ab, der mit einem nicht zu übersehenden Leica-Schriftzug die beiden – nicht hervorstehenden – Kameralinsen, den Laserfokus und den Dual-LED-Blitz hervorhebt. 2014 setzte HTC mit dem One M8 erstmals auf zwei Hinterkameras. Das Ergebnis war aber alles andere als zufriedenstellend. Huawei will das mithilfe von Leica nun besser machen. Doch gleich vorweg: Nur die Technik und nicht die Linsen selbst stammen vom deutschen Hersteller, dessen Kameras teilweise so viel kosten wie ein guter Gebrauchtwagen. Für die Leica M Typ 262 ruft der Hersteller aus Wetzlar etwa 5.500 Euro – und zwar nur für das Gehäuse! Welche Aufgaben haben die beiden 12-Megapixel-Kameralinsen? Die erste nimmt Bilder wie gewohnt im RGB-Farbspektrum auf. Nummer zwei ist mit speziellen Monochrom-Sensoren bestückt, sprich vornehmlich auf Schwarz-Weiß und Graustufen beschränkt. Das ergibt interessante Einsatzmöglichkeiten: Im Blenden-Modus lässt sich nachträglich der Fokus setzen und je nach Blendenöffnung mit der Tiefenschärfe spielen. Klingt kompliziert, funktioniert aber erstaunlich einfach. Der Vorteil: Fotos verstauben nicht mehr in der Galerie, sind jederzeit innerhalb weniger Sekunden anpassbar. Dafür brauchen ambitionierte Fotografen sonst viele Perspektiven und noch mehr Geduld. Der Monochrom-Modus ermöglicht echte Schwarz-Weiß-Fotos – der Unterschied zu dem in vielen Smartphones eingesetzten Filtern ist unübersehbar. Das macht das P9 gerade für ambitionierte Hobby-Knipser interessant. Die Qualität der Schnappschüsse ist sowohl bei Tageslicht als auch bei wenig Licht zufriedenstellend, hält aber weder bei Fotos noch bei Videoaufnahmen mit den Referenz-Kameras Microsoft Lumia 950 XL und iPhone 6S Plus mit. Der vom Mate 8 bekannte Pro-Kamera-Modus ist beim P9 in Retro-Optik dabei – Leica lässt grüßen. Dort übernehmen anspruchsvollere Fotografen die Kontrolle, passen die Belichtungszeit und den ISO-Wert genauestens und direkt sichtbar an. Schade: Anders als bei Apples und Samsungs Top-Modellen, nimmt das P9 keine 4K-Videos auf. Technisch befindet sich das P9 auf Höhe der Zeit: Der effektiv 2.900 Milliamperestunden (mAh) umfassende und nicht wechselbare Akku – Huawei selbst spricht von 3000 mAh – lässt nicht gerade auf einen ausdauernden Akkuspender schließen. Zum Vergleich: Samsung verbaut im Galaxy S7 einen 3.000-mAh-Akku, der bei intensiver Nutzung etwa 9 Stunden durchhält. Das P9 macht unter gleichen Bedingungen eine deutliche bessere Figur – und überraschenderweise erst nach 12 Stunden und 4 Minuten schlapp. Dafür ist Huaweis ebenso stromsparende wie leistungsstarke Prozessor-Eigenentwicklung – der Kirin 955 – mit seinen acht Kernen verantwortlich. Vier Kerne takten mit 2,5 Gigahertz, die vier anderen mit 1,8 Gigahertz. Manko: Auf eine Schnellladefunktion und baubedingt auch auf das drahtlose Laden müssen Käufer beim P9 verzichten. Mittlerweile übliche 3 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützen den Smartphone-Antreiber. Dadurch ist das mit der EMUI-4.1-Oberfläche angepasste Android 6.0 flott und ohne Ruckler bedienbar. Auch bei anspruchsvollen 3D-Spielen kommt das P9 nicht ins Schwitzen. Schade: Auf die bei Huawei-Geräten gewohnte Dual-SIM-Funktion verzichten die Chinesen dieses mal, setzen stattdessen allein auf ein Speicherkartenfach. Damit lässt sich der interne Speicher (der Hersteller gibt 32 Gigabyte an, effektiv sind 25,08 Gigabyte nutzbar) kostengünstig durch eine microSD mit bis zu 200 weiteren Gigabyte erweitern. Eine interessante Investition für die vielversprechende Wiedergabe von Videos und Musik: Denn neben dem auf der Unterseite angebrachten Lautsprecher sorgt das Gegenstück in der Hörmuschel für einen guten Stereo-Klang. Das Huawei P9 soll Mitte April 2016 für 569 Euro in Deutschland erscheinen. Als Farben stehen Grau (Titanium Grey) und Silber (Mystic Silver) zur Auswahl. Wenn der mobile Begleiter eine Nummer größer sein darf, ist das ebenfalls präsentierte Huawei P9 Plus (699 Euro) eine mögliche Alternative. Das 5,5-Zoll-Smartphone erscheint erscheint im Mai 2016, bietet mehr Speicher (64 statt 32 Gigabyte) und einen größeren Arbeitsspeicher (4 statt 3 Gigabyte RAM) sowie die vom iPhone bekannte Press-Touch-Technologie. Die von der Smartphone-Gemeinde erwartete Lite-Variante stellten die Chinesen bei der offiziellen Vorstellung des P9 nicht vor.

 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü