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Das iPhone 7 Plus

Von seinen Vorgängern unterscheidet sich das iPhone 7 Plus besonders durch die innovative Doppelkamera, eine clevere Kombination aus Weitwinkel- und Tele-Objektiv. So erhält man erstmals in einem flachen Smartphone einen optischen Zoom. Im Test punktet das iPhone 7 Plus außerdem mit hohem Arbeitstempo und wasserdichtem Gehäuse. Doch es gibt auch Schwächen: Die Akkulaufzeit etwa ist deutlich schlechter als beim Vorgänger. Es kamen auch schon Bild im Netz die beweisen das ein iPhone 7 Plus unterwegs zum Käufer explodierte. Das Test-Labor hat geliefert: Neben dem normalen iPhone 7 waren diesmal vor allem die Ergebnisse zum großen iPhone 7 Plus mit Spannung erwartet worden. Wie gut ist die Dual-Kamera wirklich? Bewährt sich der neue vermeintliche Super-Prozessor Apple A10 auch beim Stromverbrauch? Und kann Apple das Samsung-Desaster (durch Akkuprobleme bedingter Rückruf des XXL-Smartphones Galaxy Note 7) nutzen? Der iPhone-Plus Test liefert die Antwort. Beim Lesen können Sie sich ruhig etwas mehr Zeit nehmen, denn aktuell (21. September 2016) ist das iPhone 7 Plus im freien Verkauf praktisch nicht lieferbar, bei Online-Bestellungen muss man bis Mitte Oktober, bei der neuen Hochglanz-Variante „Diamantschwarz“ gar bis November warten. Tipp: Ganz Ungeduldige schauen jeden Morgen ab 6 Uhr, ob in einem ihrer benachbarten Apple Stores vielleicht wieder Einzelexemplare (etwa nicht abgeholte Vorbestellungen) verfügbar sind. Das geht am Besten über diese Internet-Verfügbarkeitsabfrage. Design, Größe und Gewicht des neuen großen iPhones entsprechen weitgehend dem Vorgänger iPhone 6S Plus – die Antennenlinien sind an den Rand gewandert und erstmals bei den beiden neuen schwarzen Modellen kaum mehr zu erkennen. Achtung: Das Hochglanz-Modell „Diamantschwarz“ ist empfänglich für Fingerabdrücke und Mikro-Kratzer. Die Display-Diagonale (5,5 Zoll) ist geblieben (das iPhone 7 kommt auf 4,7 Zoll). Dank der identischen Maße lassen sich bestehende Halterungen weiternutzen. Hüllen vom iPhone 6S Plus oder 6 Plus aber passen nicht mehr, denn auf der Rückseite sitzt die größte Innovation des iPhone 7 Plus: die Doppel-<wbr>Kamera. Ihr Rahmen ist mehr als doppelt so breit wie bei der normalen iPhone-7-Kamera. Außerdem ragt sie etwa 0,6 Millimeter weiter heraus als beim iPhone 6S Plus, macht das iPhone also effektiv dicker. Im Vergleich zum iPhone 7 (137 Gramm) ist das iPhone 7 Plus (188 Gramm) ein schwerer Brocken. Das iPhone 7 Plus ist das erste iPhone mit zwei Kameras auf der Rückseite. Beide bieten eine 12-Megapixel-Auflösung, die Optik besteht jeweils aus sechs Linsen, Autofokus und Bildsensor sollen schneller arbeiten. Der Clou: Eine Linse ist ein Weitwinkelobjektiv (28 mm Brennweite), die andere ähnelt der Brennweite nach einem Teleobjektiv mit doppelter Brennweite (58 mm). Durch einen Tipp in der Kamera-App kann man vom normalen auf einen Zweifach-Zoom springen oder durch Wischen des Fingers stufenlos auf bis zu zehnfache Vergrößerung gehen. Das Ergebnis ist beeindruckend. Beim Zoomen macht das iPhone 7 Plus klarere, detailreichere Bilder als normale Smartphones. die Weitwinkel-Kamera mit lichtstarker Blende f/1,8, das Tele-Objektiv mit weniger lichtstarker f/2,8-Blende. Die normale Kamera überzeugt vor allem bei wenig Licht. Hier ist die Fotoqualität dem Vorgänger iPhone 6S Plus überlegen und legt weniger störendes Bildrauschen an den Tag als etwa Fotos vom Galaxy S7 Edge. Das wird auch in den Testnoten deutlich: Fotos des iPhone 7 Plus erreichen unter wenig Licht die Note 3,0 (auch mit Blitz). Das iPhone 6S Plus kam auf Note 3,3 (mit Blitz Note 4,1), Samsungs Galaxy S7 Edge schrammt bei wenig Licht mit Note 4,4 (mit Blitz: 3,7) nur knapp an einem „mangelhaft“ vorbei. Hinweis: Beim Betrachten auf dem Smartphone wirken die Samsung-Fotos oft besser, da sie bei stärkerem Rauschen im Schnitt heller sind und die Samsung-Smartphones bessere Kontraste bieten. Wer Handy-Fotos mit Aufnahmen von richtigen Spiegelreflex- oder System-Kameras vergleicht, vermisst am Handy meist das Spiel mit der Schärfentiefe, also die Dynamik zwischen unscharfem Hintergrund und scharfem Detail im Vordergrund. Mit einem Software-Update will Apple bis zum Jahresende genau diesen Schärfentiefe-Effekt (Bokeh-Effekt) nachliefern. In der neuen Portrait-Rubrik der Kamera-App gibt es dann die Möglichkeit, per Finger-Tipp den Bereich auszuwählen, der im Vordergrund scharf sein soll. Im Praxis-Test klappte das bereits recht gut (siehe Bild oben). Will man aber einen weiter entfernten Hintergrund scharfstellen und den Vordergrund unscharf, kann der Effekt nicht überzeugen. So hat Apple die in der Kamera-App als Tiefeneffekt bezeichnete Funktion offenbar auch nicht gedacht. Der Mindestabstand liegt bei rund 40 Zentimetern, die von Apple empfohlene Maximalentfernung bei 2,4 Metern. Werden diese Grenzen nicht eingehalten, erscheint ein Hinweis auf dem Display, ein Foto lässt sich aber dennoch erstellen. Die Videoqualität des iPhone 7 Plus ist exzellent, gehört mit der Note 1,77 zu den besten Smartphones überhaupt. Das Galaxy S7 Edge ist mit einer Video-Note von 2,37 ebenfalls gut. Nur das zwischenzeitlich zurückgerufene Galaxy Note 7 ist mit Note 1,57 noch besser. Nicht neu, aber weiterhin gut: Man kann sowohl Zeitlupenfilme mit 240 Bildern pro Sekunde in HD-Auflösung (720p) als auch 4K-Videos filmen (für 4K lohnt sich auch eine Investition in die große Speichervariante mit 256 Gigbyte). Beide iPhone-Modelle sind gemäß IP67-Standard offiziell staub- und wasserdicht – eine Neuerung. Im Test musste das iPhone 7 Plus seine Wasserdichtigkeit bei einem ausgiebigem Bad im Spülbecken beweisen. Diesen Test überstand das Smartphone ohne Probleme. Laut IP67-Norm sollen iPhone 7 und 7 Plus unter Wasser in maximal 1 Meter (!) Tiefe überleben – aber mit Einschränkungen! Apple dazu: „Der Schutz vor Spritzwasser und Staub ist nicht dauerhaft, kann mit der Zeit ... geringer werden.“ Außerdem will man sich offenbar vor Rechtsstreitigkeiten schützen und erklärt in Fußnote 4 auf dem Online-Datenblatt der iPhones: „Die Garantie deckt keine Schäden durch Flüssigkeiten ab.“ Fürs ausgiebige Badevergnügen sind auch diese iPhones somit wohl nicht zu empfehlen, aber im normalen Alltagsbetrieb braucht man keine Angst mehr vor Regen- oder Wasserschäden zu haben. Nach einem Bad muss man allerdings fünf Stunden warten, um das iPhone wieder zu laden. Per drahtlosem Laden (Induktion) hätte man auch ein nasses iPhone laden können, doch die Funktion fehlt den iPhones weiterhin. Sie wäre im Metallgehäuse aber auch schwer zu realisieren. Wie dem iPhone 7 fehlt dem Plus-<wbr>Modell die klassische Kopfhörerbuchse. Apples Begründung: Man brauche den Platz im Gehäuse für etwas anderes. Stattdessen lassen sich Kopfhörer per Lightning-Kabel oder drahtlos (Bluetooth) anschließen. In der Testnote wird die fehlende klassisches Buchse zwar negativ bewertet, allerdings hält sich der Einfluss auf die Endnote in Grenzen. Schließlich liegen in jeder iPhone-Packung nicht nur neue Kopfhörer mit Lightning-Stecker bei, sondern auch ein passender Adapter, mit dem jeder Uralt-Klinkenstecker auch wieder ans neue iPhone passt. Außerdem hat Apple erstmals eigene Bluetooth-Kopfhörer entwickelt, die AirPods. Basis ist ein eigener Drahtlos-Chip namens W1. Übrigens: Nach Lenovo mit dem Moto Z ist Apple der zweite Hersteller, der auf die Klinkenbuchse verzichtet. Die iPhone-<wbr>Bildschirme waren schon immer richtig gut, doch gegenüber Samsungs Top-Modellen gerieten sie in den vergangenen Jahren immer stärker ins Hintertreffen: Samsungs AMOLED-Displays boten – wie auch andere Android-<wbr>Flaggschiffe – deutlich stärkere Kontraste, Farben wirkten kräftiger als im iPhone. Auch bei der maximalen Helligkeit, früher eine Schwäche der Samsung-Displays, fiel Apple seit Erscheinen des Galaxy Note 4 zurück, das Galaxy S7 Edge erreichte zuletzt 759,8 Candela, das Galaxy Note 7 sogar 827 Candela je Quadratmeter. Selbst Mittelklasse-Android-<wbr>Geräte wie das Lenovo Moto G4 sind ähnlich hell. Hat Apple mit dem iPhone 7 Plus endlich nachgelegt? Tim Cook versprach ein immerhin um 25 Prozent helleres Display. Diese Steigerung wurde im Labor nicht ganz erreicht: Aber immerhin ist das iPhone 7 Plus mit 691,7 Candela gut 11 Prozent heller als der Vorgänger 6S PLus (619,4 Cd) und hat somit das bislang hellste iPhone-Display. In der Praxis fällt der Helligkeitsunterschied kaum auf: Denn das iPhone 7 Plus gibt Farben etwas wärmer wieder, was subjektiv dunkler wirkt. Schwachbrüstig ist der Kontrast von 901:1, der sogar noch unter dem 6S Plus (988:1) liegt. Zum Vergleich: Samsungs S7 Edge erreicht starke 3578:1. Apple hatte eine längere Akkulaufzeit versprochen, doch auf dem COMPUTER BILD-Testparcours zeigte sich trotz erhöhter Akkukapazität (2900 mAh statt 2750 mAh beim 6S Plus) und neuem iOS 10 das Gegenteil: Mit einer Akkulaufzeit von elf Stunden und 58 Minuten bei typischer Smartphone-Nutzung muss das iPhone 7 Plus eine Stunde und 39 Minuten früher ans Netzteil als der Vorgänger iPhone 6S Plus (13:37 h:min). Beim Surfen via Mobilfunk schluckt das iPhone 30 Prozent mehr Strom. Per WLAN immerhin noch 11,5 Prozent. Nur beim Telefonieren ist der Stromverbrauch geringer. Irritierend auch: Apple spendiert seinen iPhones immer noch keinen Schnelllademodus. Den gibt es bei Android schon in der Mittelklasse! Immerhin: Samsungs Top-Modelle müssen noch früher ans Ladegerät, das Galaxy S7 Edge etwa hält nur gut zehn Stunden durch. Unter der Haube findet man den gleichen neuen Prozessor wie im iPhone 7, den Apple A10 Fusion. Der Quad-Core-Chip soll 40 Prozent schneller als der A9 im iPhone 6S/6S Plus und sogar doppelt so schnell sein wie der Apple A8 im iPhone 6/6 Plus. Tatsächlich stellte das iPhone 7/7 Plus in vielen Messungen dermaßen hohe Temporekorde jenseits der bislang geltenden Noten-Grenzwerte auf, dass eine härtere Bewertung eingeführt werden musste (daraus resultieren einige Notenänderungen auch bei anderen Smartphones). In Browser-Benchmarks ist das iPhone 7 teils nahezu doppelt so schnell wie die Android-Konkurrenz. Es erreicht etwa im Octane-2.0-Benchmark 25.799 Punkte. Das Galaxy Note 7 schaffte nur 13.381 Punkte, das S7 Edge ähnlich viel. Auch im Rendering-Benchmark Futuremark ist das iPhone 7 etwa ein Viertel schneller (98,3 Punkte gegen 71,58 beim Note 7). Und bei der populären Benchmark-App Geekbench 4 errreicht das iPhone 7 Plus 3.218/4.993 Punkte (ein Prozessor-Kern/mehrere Kerne), das Note 7 1.840/5.312 Punkte, ist also zumindest beim Test für einzelne Anwendungsprozesse klar vor der Galaxy-Konkurrenz. Das iPhone 7 Plus gibt es wahlweise in glänzendem Schwarz (Diamantschwarz), mattem Schwarz, Weiß/Silber, Gold und Roségold. Die Varianten: Das iPhone 7 Plus kommt mit 32 GB, 128 GB und 256 GB Speicher. Mit 32 GB kostet es 899 Euro, mit 128 GB 1.009 Euro, mit 256 GB 1.119 Euro. Das glänzend schwarze Gerät gibt es nur mit 128 GB und 256 GB. Das iPhone 7 Plus zeigt sich technisch stark verbessert, zieht der Samsung-Konkurrenz beim Arbeitstempo und bei der Bildqualität unter schlechten Lichtverhältnissen davon. Die fehlende Kopfhörerbuchse ist kein Fortschritt, tut aber weniger weh als erwartet. Enttäuschend: Die Akkulaufzeit ist zum zweiten Mal bei einem neuen iPhone-<wbr>Plus-<wbr>Modell schlechter als beim Vorgänger – aber immer noch klar besser als bei den Konkurrenten Samsung Galaxy S7 Edge und Note 7. Nur bei Display, Lademöglichkeiten (Schnell- und Drahtlosladung) sowie der Speichererweiterung hat Samsung derzeit klar die Nase vorn. Entscheidend für den Sprung an die Spitze der Bestenliste ist die neue Dual-Kamera: Die Kombination aus Weitwinkel-<wbr> und Teleobjektiv ist überzeugender als die bisherigen Konzepte der Dual-<wbr>Kamera in Huawei P9 oder LG G5. Solange Samsung seinen Überflieger Galaxy Note 7 nicht runderneuert ohne Akkuprobleme wieder in den Handel bringt, dürfte Apple der erste Platz nicht so schnell zu nehmen sein.

 
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